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Die Schlehe - eine stille Begleiterin am Wegesrand



Es gibt Pflanzen, die man nicht übersieht, und es gibt Pflanzen, die man erst erkennen lernt, wenn man sich wirklich mit ihnen beschäftigt. Die Schlehe gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Sie steht oft unscheinbar in Hecken und an Waldrändern, wirkt im Sommer fast ein wenig stachelig-abweisend – und doch trägt sie eine Fülle an Geschichten, Traditionen und Schätzen in sich, die man erst entdeckt, wenn man sich ihr mit Ruhe nähert.


🌿 Ein Strauch voller Gegensätze

Was mich an der Schlehe so fasziniert, ist ihr Charakter: Im Frühling zeigt sie sich als eine der ersten Pflanzen überhaupt in einem Meer aus weißen Blüten. Noch bevor die Blätter erscheinen, leuchten ihre zarten Blüten wie kleine Lichtpunkte in der Landschaft. Und im Herbst verwandelt sie sich in einen Strauch voller tiefblauer Früchte, die auf den ersten Biss herb und zusammenziehend wirken – bis der Frost kommt

und sie milder, runder, fast samtig macht.


Ich mag diese Wandlung. Sie erinnert mich daran, dass manche Dinge Zeit brauchen, um genießbar zu werden. Dass Reife nicht erzwungen werden kann. Und dass auch wir Menschen manchmal „Frostmomente“ brauchen, um weicher zu werden.


Traditionelle Verwendung – ein Blick in die Volksmedizin

Die Schlehe wurde in der Volksmedizin auf vielfältige Weise genutzt. Besonders die Früchte galten als mildes, adstringierendes Hausmittel, das bei leichten Magen-Darm-Beschwerden unterstützend wirken sollte.

Auch äußerlich wurden Auszüge oder Umschläge aus Rinde oder Früchten verwendet, um die Haut zu beruhigen.

Ich persönlich liebe die Schlehe vor allem für ihre kulinarische Seite: Schlehenmus, Sirup oder ein tiefroter Wintertee – all das hat für mich etwas unglaublich Erdendes.


Es ist, als würde man ein Stück Herbst in ein Glas füllen.


Wichtig ist mir dabei immer der Hinweis:

Die Kerne enthalten Amygdalin, eine Blausäurevorstufe.

Deshalb sollten sie nicht zerbissen oder in großen Mengen mitverarbeitet werden.



Alles Liebe,

deine Sabrina




Alle Inhalte basieren auf persönlichen Erfahrungen und

dienen der Inspiration. Sie ersetzen keine medizinische Beratung.


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