Wenn ein Edelstein seinen eigenen Weg findet – die Geschichte hinter meinen kleinen Begleitern
Manchmal beginnt eine Kette nicht mit einer Idee, sondern mit einem Stein.
Es gibt Edelsteine, die mich einfach ansprechen, sei es ihre Farbe, ihre Form oder ihre Ausstrahlung und manchmal ist es schwer zu erklären, warum genau dieser Stein meine Aufmerksamkeit bekommt.
Wenn ich einen Stein in den Händen halte, versuche ich, mich in ihn hineinzufühlen. Bei einer Kette, die für einen bestimmten Menschen entstehen soll, fließen dabei natürlich auch meine Gedanken zu dieser Person und das Wissen ein, das ich über sie habe.
Ich schaue zuerst auf die Eigenschaften des Steins und lasse mich danach intuitiv davon leiten, was optisch zu ihm passen könnte.
Während dieses Hineinfühlens entsteht langsam eine Vorstellung davon, wie ich dem Stein mit meinen Knoten gerecht werden kann. Aus diesem ersten Gefühl entsteht Schritt für Schritt ein Muster auf Papier, das später seinen Platz um den Stein herum findet.
So beginnt die Geschichte eines kleinen Begleiters.
Wenn aus vielen kleinen Knoten etwas Eigenes entsteht

Das Knüpfen selbst ist für mich eine ganz besondere Zeit. Es fühlt sich wie eine kreative Ruhe an. Wenn ich mich an meine Arbeit setze, kann ich irgendwann völlig abschalten. Manchmal bekomme ich kaum noch mit, was um mich herum geschieht. Meine Hände arbeiten, Knoten für Knoten
entsteht das Muster und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass etwas Eigenes entsteht.
Es ist, als könnte ich während des Knüpfens bereits sehen, welche Energie diese Kette einmal tragen wird und was für ein Begleiter sie werden möchte. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich den Begriff „Begleiter“ für meine Ketten so passend finde.
Für mich ist eine Kette nicht allein dann ein Begleiter, weil sie an einem Menschen getragen wird. Sie wird es in dem Moment, in dem ihr Träger ihre Energie als angenehm und unterstützend empfindet. Dann ist aus einem Edelstein, ein paar Fäden und vielen kleinen Knoten etwas Persönliches geworden.
Nicht jede Kette entsteht für einen bestimmten Menschen
Oft weiß ich gar nicht, an welche liebe Seele eine Kette später gehen wird und genau hier habe ich gelernt, zu vertrauen. Ich vertraue darauf, dass die Energie des Steins mich während des Entstehens leitet und dass die Kette am Ende das werden darf, was sie werden soll. Denn ich glaube daran, dass jede Kette ihren passenden Menschen findet – und jeder Mensch den Begleiter, der zu ihm passt.
Das bedeutet für mich auch, nicht alles kontrollieren zu müssen.
Manchmal darf etwas einfach entstehen.
Wenn ein Begleiter weiterzieht
Wenn ich eine Kette verschenke oder sie einen neuen Menschen findet, empfinde ich vor allem Freude und Dankbarkeit.
Freude darüber, dass etwas, das mit meinen eigenen Händen entstanden ist,
nun einen anderen Menschen erreicht.

Und Dankbarkeit dafür, dass eine liebe Seele so viel Vertrauen in meine Arbeit
steckt und diesen kleinen Begleiter nun bei sich trägt.
Vielleicht ist es ein bisschen wie bei einem
Samenkorn. Es beginnt an einem Ort. Dort wird es gehegt, entwickelt sich und wächst, aber irgendwann findet es seinen eigenen Platz, an dem es weiterwachsen darf. So ähnlich empfinde ich es mit meinen Ketten.
Sie beginnen bei mir.
Ich gebe ihnen mit meinen Händen Form, Zeit und Aufmerksamkeit. Ich begleite ihre Entstehung und lerne sie dabei selbst kennen, aber irgendwann dürfen sie weiterziehen.
Und dann werden sie Teil einer neuen Geschichte.
Und manchmal bleibt ein Begleiter bei mir
Manche Ketten finden ihren Menschen sehr schnell und manche bleiben bei mir.
Es kommt vor, dass eine Kette fertig wird und sie mich förmlich zu sich ruft.
Dann weiß ich einfach, dass sie bei mir bleiben möchte. Gerade im Umgang mit Edelsteinen habe ich gelernt, meiner Intuition zu vertrauen. Früher hätte ich vielleicht versucht, alles mit dem Kopf zu erklären. Heute weiß ich, dass es Dinge gibt, bei denen sich Vertrauen richtig anfühlt.
Und so darf auch eine Kette ihren Weg nehmen.
Manche begleiten mich selbst ein Stück meines Weges.
Andere ziehen weiter und beginnen ihre Geschichte bei einem anderen Menschen.
Wenn ich heute auf meine Begleiter zurückblicke
Wenn ich all die Ketten betrachte, die ich bereits geknüpft dann verschenkt oder weitergegeben habe, empfinde ich vor allem eines: Freude.
Freude darüber, dass meine Arbeit andere Menschen erreicht.
Dass aus etwas, das zunächst nur eine Idee, ein Stein und ein paar Fäden waren, etwas entstanden ist, das heute einen anderen Menschen begleiten darf.
Das erfüllt mich mit Stolz.

Nicht, weil jede Kette perfekt sein muss.
Sondern weil in jedem einzelnen Stück ein Teil meiner Zeit, meiner Kreativität und meiner Liebe steckt. Vielleicht ist es genau das, was handgemachte Dinge für mich so besonders macht.
Sie entstehen nicht einfach.
Sie wachsen und irgendwann dürfen sie ihren eigenen Weg gehen.
Ich glaube, die Natur hat uns mehr zu erzählen, als wir oft glauben.
Vielleicht müssen wir manchmal nur genau hinsehen.
Alles Liebe
Sabrina



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